Eine aktive Wirtschaftspolitik zur Zukunftssicherung der Stadt Düren
Meine fünf Punkte für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik
1.Eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik braucht gute Rahmenbedingen. Daher ist eine Aufstockung des Personals und der Finanzmitteln unbedingt erforderlich. Hierzu gehört auch eine klare Organisationsform.
2.Ich werde mich als Bürgermeisterin um die Bestandspflege und Bestandsentwicklung Dürener Firmen kümmern und einen intensiven Dialog mit der Wirtschaft führen.
3.Ein künftiger Entwicklungsschwerpunkt sehe ich im Bereich des Gesundheitssektors. Gemeinsam mit den Dürener Krankenhäusern und der Gesundheitsregion Aachen kann eine nachhaltige Wachstumsbranche entstehen.
4.Ich werde die Zuammenarbeit in die Region (Kreis, IRR, Indeland GmbH, Zweckverband Region Aachen) verstärken.
5.Das geplante interkommunale Gewerbegebiet Düren-Langerwehe an der L12 sowie die Entwicklung der Gewerbeflächen an der Kölner Landstraße und an der südlichen B 56 haben eine hohe Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Düren.
Analyse und Versäumnisse
In den vergangenen Jahren wurde es versäumt, Wege zu finden und Maßnahmen zu ergreifen, um anerkannte und eigentlich unstrittige Ziele zu realisieren.
Die traditionellen Industriebetriebe entlang der Rur, verbunden mit Namen wie Hoesch und Schoeller, sind nach wie vor ein wichtiges Standbein der Dürener Wirtschaft; sie haben aber spätestens ab den 90er Jahren an Bedeutung verloren, was mit erheblichen Arbeitsplatzverlusten einher ging. Das Arbeitsplatzangebot hat sich seither zum Dienstleistungssektor hin verschoben, wobei damit gleichzeitig die weniger qualifizierten Arbeitsplätze zugenommen haben. Mit diesem offensichtlichen Strukturwandel den damit verbundenen Folgen für die Wirtschaftskraft der Stadt wurde sich bislang zu wenig auseinandergesetzt. Positiv zu vermerken bleibt aber auch, dass im Maschinenbau und in der metallverarbeitenden Industrie Dürener Firmen führend auf dem Weltmarkt tätig sind.
Eine weitere Verstärkung der Strukturschwäche löst der auslaufende Braunkohle-Tagebau aus.
Düren hat in den letzten 10 Jahren keine große Neuansiedlung außerhalb des großflächigen Einzelhandels mehr realisieren können. Von daher ist keine Verbesserung der Arbeitsplatzsituation im produzierenden Gewerbe in Sicht.
Es wird aber auch schwer, die Substanz zu erhalten, wenn Unternehmen sich in Düren nicht richtig Wert geschätzt fühlen, was auf mangelnde Kapazitäten in der Wirtschaftsförderung, aber insbesondere auch auf eine zu geringe Priorität dieser Betreuungsaufgabe in der Verwaltungsspitze zurückzuführen ist.
Die Ausweisung und Erschließung neuer Gewerbeflächen erfolgt viel zu spät. Düren ist aktuell weitgehend handlungsunfähig.
Ziele und Maßnahmen
Die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete in interkommunaler Zusammenarbeit mit Langerwehe, Niederzier und eventuell in Kreuzau ist vorrangig zu betreiben. Dabei muss angebotsorientiert Klasse vor Masse gehen. Die infrastrukturelle Qualität und damit die regionale und überregionale Wettbewerbsfähigkeit ist der entscheidende Maßstab. Besonders wichtig ist die Bereitstellung der Breitbrandversorgung.
Ein künftiger Entwicklungsschwerpunkt muss der Gesundheitssektor werden. Er ist zum einen ein starker Wachstumsbereich der Wirtschaft in Deutschland. Zum anderen hat Düren mit seinen vier Krankenhäusern und guten Schulungs- und Ausbildungseinrichtungen gute Voraussetzungen, durch Bündelung von Kompetenzen und Zusammenarbeit mit der Gesundheitsregion Aachen, nachhaltige Wachstumsimpulse zu erzielen
Produktorientierte und beratende Dienstleister sind anzuwerben. Mittelfristig müssen gut gelegene Büroflächen dafür angeboten werden, möglichst in Bahnhofsnähe.
Die Bestandspflege und Bestandsentwicklung ist zu intensivieren und ein engagierter Dialog mit der Wirtschaft zu führen. (Dies ist, wie bereits angeführt, auf Grund der Personalausstattung bisher kaum möglich.)
Die Innenstadt ist zu stärken und der Masterplan zügig umzusetzen.
Im Aus- und Fortbildungsbereich müssen zusätzliche Qualifizierungsimpulse gesetzt werden, nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer im Bereich der Jugendlichen schwierigen Sozialstruktur.
Intensiveres Einbringen in die Region (Städte und Gemeinden, IRR, indeland GmbH, Zweckverband Region Aachen) ist von Nöten. Dazu ist Düren als Mittelzentrum verpflichtet. Die IRR sieht vier Handlungsfelder für die Region: Neue Energien, Logistik, Gewerbeflächenentwicklung, Aus- und Weiterbildung.
Das Gewerbegebiet an der Kölner Landstraße ist schnellstens sowie der Bereich an der südlichen B 56 n mittelfristig zu entwickeln.
Aktivitäten zur Neugründung von Firmen in Kontakt mit den benachbarten Hochschulen sind zielgerichtet aufzubauen bzw. zu verstärken, da auch diese Wachstumschance in der Vergangenheit kaum wahrgenommen wurde
Vorrangig muss es mit dem geplanten Gewebegebiet an der L 12 Düren Langerwehe weiter gehen, indem nun auch konkrete Maßnahmen definiert und umgesetzt werden. Eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen Düren und Langerwehe ist als ein erster Schritt abzuschließen und dann ein Rahmenvertrag zur Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen vorzulegen. Die WIN.DN muss bevollmächtigt und mit Geldmitteln ausgestattet werden, um die erforderlichen Aktivitäten auf den geschilderten Handlungsfeldern überhaupt in Angriff nehmen zu können. Hierzu gehört dann ein weiteres Bündel an planungsrelevanten Aufgaben, die unter der verantwortlichen Begleitung durch die politischen Gremien, anzugehen sind. Hierzu gehört es, u. a. den planerisch gesicherten Gewerbeflächenbestand kritisch auf die tatsächliche Vermarktungsfähigkeit zu überprüfen und ggf. in den Freiraum zurückzugeben, eine optimale Verkehrserschließung zu sichern oder auch die erforderlichen generellen Änderungen bzw. Anpassungen im Regionalplan, Flächennutzungsplan anzustoßen bzw. zu begleiten und in ein planerisches Abschlussergebnis durch die Aufstellung eines rechtskräftigen Bebauungsplans einmünden zu lassen.
Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Stadt
Die Voraussetzungen, um all diese wirtschaftspolitischen Ziele zu erreichen, bestehen derzeit (noch) nicht. Maßgebende Verantwortung für diesen Stillstand trägt die vogelwilde Verortung der Wirtschaftsförderung im Gesamtsystem der Verwaltung und die verschiedenen Doppel- und Mehrfachzuständigkeiten in der Verwaltungsführung.
Die ohnehin sehr knappen personellen Ressourcen müssen in einem ersten Schnitt und Schritt sinnvoll zugeordnet werden, um für die Zukunft erfolgreiche Aktivitäten entwickeln und umsetzen zu können. Eine fachlich kompetente Personalaufstockung ist dabei aber ebenfalls unvermeidlich, um auf diesem Wege für die Stadt wieder ein tragfähiges wirtschaftliches Fundament aufbauen zu können.
Die SPD sieht auf die letzten Jahre bezogen von daher ein eindeutiges Managementversagen in der Definition und strategischen Vorbereitung von Zukunftsprojekten. Die Zukunftsfähigkeit der Stadt für seine Bürger und Unternehmen kann nicht sichergestellt werden, wenn es an politischem Gestaltungswillen sowie dem Mut zur Entscheidung fehlt.
Im Antrag der Ampel Plus vom 25.11.2014 ist eine gutachterliche Untersuchung gefordert worden, um die Rahmenbedingungen und Organisationsformen zur Umsetzung der Ziele bzw. Konzepte zu erreichen (Anlage). Die Ergebnisse werden den poltischen Gremien erstmalig auf einer Ausschusssitzung am 12.3.2015 zugänglich gemacht werden.
Aufgabenschwerpunkte und Kompetenzen müssen dann auf Basis dieser Erkenntnisse klar definiert werden, um damit der essentiellen Voraussetzung für erfolgreiche Wirtschaftsförderung endlich nachhaltig und zukunftsfähig gerecht werden zu können.
Initiativen von SPD und Ampel Plus
Auf Initiativen der SPD wurden mit dem Masterplan Innenstadt, dem noch nicht veröffentlichten Gewerbestrukturkonzept Analysen erarbeitet, die Fakten und Chancen aufzeigen.
Zudem wurde der oben erwähnte Antrag zur Neuorganisation und Verbesserung der Rahmenbedingungen der Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Tourismus von der Ampel Plus eingebracht.

